Prophylaxe der Parodontitis

Die Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodont). Zu den Strukturen des Parodonts gehören der Kieferknochen, die Oberfläche der Zahnwurzel, die Haltefasern zwischen Zahn und Kieferknochen und das Zahnfleisch. All diese Strukturen können durch diese Entzündung zerstört werden, so dass die Zähne locker werden und später herausfallen können. Ursache für die Parodontitis sind bestimmte Bakterien, die sich in direkter Umgebung des Zahnes und der Zahnwurzel („Tasche“) befinden.

Diese Bakterien unterscheiden sich in ihrer Lebensweise grundsätzlich von den Bakterien, die eine Karies verursachen. Die Parodontitis-Erreger sind sog. Anaerobier, also Keime, die in Nischen leben, wo wenig Sauerstoff zutreten kann. Dazu gehören alle Zahnfleischtaschen.

Ob die Anaerobier das Parodont schädigen, hängt von verschiedenen Risikofaktoren ab. Zum einen wird die Körperabwehr gegen die Keime bei jedem Menschen auf eine bestimmte Art und Weise gesteuert, die genetisch festgelegt und damit nicht beeinflussbar ist. Zu den erworbenen und damit veränderlichen Risikofaktoren gehört der Diabetes mellitus und das Rauchen, ebenso eine schlechte Mundhygiene und Stress (incl  Zähneknirschen).

Liegt eine Parodontitis vor, wird – möglichst nach Beseitigung vorhandener Risikofaktoren – eine Grundbehandlung durchgeführt. Hier geht es darum, die Bakterien, also die Ursache der Erkrankung, zu entfernen.

Entscheidend für den dauerhaften Erfolg der Behandlung ist jedoch die regelmäßige Nachbehandlung, da es unrealistisch ist, die Bakterien 100%ig zu entfernen und diese außerdem wieder „nachwachsen“. Für die professionelle Nachbehandlung der Parodontitis bieten wir verschiedene Methoden an, die alle darauf abzielen, die Parodontitisbakterien auch unterhalb des Zahnfleischrandes zu entfernen und deren Vermehrung einzudämmen: systemische Antibiose, lokale Antibiose, Scaling und Root planing, Full-mouth-disinfection antimikrobielle photodynamische Therapie (Laserbehandlung), Periochip etc.

Je nach Schweregrad und Anzahl an Risikofaktoren sollte ein Behandlungsintervall festgelegt werden. Meist reicht eine 2-malige Prophylaxesitzung im Jahr, in schweren Fällen sollte eine 3-malige, in Extremfällen (selten) eine 4-malige Behandlung erfolgen.

Mit regelmäßiger Nachbehandlung in der Zahnarztpraxis lässt sich die Parodontitis fast immer gut in den Griff bekommen! Aber auch schon bei den ersten Anzeichen für Parodontitis, wie zum Beispiel vermehrtes Zahnfleischbluten, lohnt es sich, mit einem speziellen Prophylaxeprogramm vorzubeugen.

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